Februar 2013 | Andreas Tobler, Pascal Grieder und Ralph Heck
Die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) macht 58% der nationalen verarbeitenden Industrie aus und ist somit für den Wirtschaftsstandort Schweiz von zentraler Bedeutung. Obwohl sich dieser Sektor im europäischen Vergleich gut entwickelt hat, haben die Herausforderungen in den letzten Jahren zugenommen. Die Zeichen für einen Umbruch mehren sich, speziell für die KMU – Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitenden, die oft Zulieferer der grossen MEM-Unternehmen sind.
In Zukunft werden nur Unternehmen wettbewerbsfähig sein, die nicht nur einzelne Tasten, sondern die gesamte Klaviatur beherrschen. Der vorliegende Bericht zeigt diese Klaviatur anhand von fünf Handlungsfeldern auf, welche die Unternehmen – unterstützt von Verbänden und Politik – entschieden angehen sollten:
Globalisierung
Geschäftsmodelle stärker international ausrichten, um einerseits den Anteil der wachstumsstarken Märkte an den Exporten zu steigern, andererseits aber auch die Struktur der Wertschöpfungskette im internationalen Kontext zu optimieren.
Produktivität
Einkauf und Ressourceneinsatz optimieren, Effizienzsteigerungen zu einem täglichen Arbeitsziel machen sowie Herstellungskosten bereits in der Entwicklung reduzieren, um die Produktivität nachhaltig und signifikant zu steigern.
Agilität
Chancen nutzen, die das heutige, wesentlich volatilere Wirtschaftsumfeld bietet – zugleich aber auch Anpassungen vornehmen, die ein Unternehmen robuster und "wetterfester" gegenüber Marktturbulenzen machen.
Innovation
Ressourcenallokation so priorisieren, dass ein Innovationsvorsprung hinsichtlich der Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle geschaffen bzw. gehalten werden kann.
Fachkräfte
Neue Wege zur Ausbildung und Rekrutierung von Mitarbeitern fördern, um den Standortvorteil der Schweiz in Bezug auf Kompetenz und Flexibilität der Fachkräfte zu halten.
Gelingt es den Unternehmen, an den für sie wichtigsten Ansatzpunkten in diesen Handlungsfeldern anzusetzen, schaffen sie eine Grundvoraussetzung dafür, dass die Schweizer MEM-Industrie ihre Wettbewerbsfähigkeit auch in Zukunft wird behaupten können.